Invisibila (Denise Richardt, 2015, 3:57 min)
Die vier Gemälde Kyrie, Credo, Gloria und Agnus Dei (2014, 3,30 x 2,00 m, Eitempera auf Leinwand) entstanden für den Innenraum der im Krieg stark zerstörten barocken Parochialkirche in Berlin zur Musik des Cantus Missae Es–Dur, op.109 von Josef Gabriel Rheinberger.
Mit der Aufführung des berühmten doppelchörigen Werkes am 29. Juni 2014 wurde die ebenfalls aus dem Barock stammende Idee des Gesamtkunstwerks aufgenommen: Wort, Bild und Musik wirken und durchdringen sich in einem (sakralen) Raum.
Der Titel Invisibila geht zurück auf den Text des Glaubensbekenntnis, das Bestandteil des lateinischen Messtextes ist. Dort heißt es: Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Das künstlerische Projekt nimmt Bezug auf diesen von Rheinberger vertonten Text und sucht eine Annäherung und Gegenüberstellung von Malerei und Musik, eine Brücke zwischen Sicht- und Unsichtbaren.
Für die Videodokumentation wurde über einen Zeitraum von drei Tagen ein Foto pro Minute aufgenommen. Durch die anschließende Montage dieser Intervallaufnahmen entstand ein Video im Zeitraffer, das die Wanderungen des Lichtes durch den Innenraum der Parochialkirche wiedergibt.